Hohe Milchleistung, Hitzestress, Infektionen und eine reduzierte Futteraufnahme können Energiehaushalt, Verdauung und Stoffwechsel gleichzeitig fordern. Deshalb reicht es in Belastungsphasen nicht, nur zusätzliche Energie bereitzustellen. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz, der eine hohe Energiedichte mit gezielter Unterstützung von Verdauung und Stoffwechsel verbindet.
Wenn mehrere Belastungen zusammenkommen
Besonders zum Laktationsstart und in Phasen hoher Milchleistung kann die Kuh in eine negative Energiebilanz geraten. Sinkt gleichzeitig die Futteraufnahme, zum Beispiel bei hohen Temperaturen oder Infektionen, verschärft sich die Situation: Die Kuh nimmt weniger Energie auf, obwohl ihr Bedarf hoch bleibt.
Um das Energiedefizit auszugleichen, mobilisiert sie verstärkt Körperfett. Das kann Stoffwechsel und Immunsystem zusätzlich fordern und sich auf Gesundheit, Leistung und Langlebigkeit auswirken.
Typische Belastungsfaktoren:
Hohe Milchleistung
Hoher Energiebedarf, besonders zum Laktationsstart
Hitzestress
Weniger Futteraufnahme bei hohen Temperaturen
Infektionen
Zusätzliche Belastung für Immunsystem und Stoffwechsel
Geringere Futteraufnahme
Weniger Energie bei weiterhin hohem Bedarf
Gerade wenn mehrere Faktoren gleichzeitig auftreten, sollte die Ration deshalb mehr leisten als nur Energie zu liefern
Drei Ansatzpunkte für belastende Phasen
1.Hohe Energiedichte
Pansenstabiles Fett liefert hochkonzentrierte Energie. So lässt sich die Energiedichte der aufgenommenen Ration erhöhen, ohne dafür große Mengen schnell fermentierbarer Kohlenhydrate einzusetzen und die Pansenfermentation unnötig zusätzlich zu belasten.
2. Antioxidative Versorgung
Hohe Milchleistung, Fettmobilisation, Infektionen und Hitzestress können mit einer erhöhten oxidativen Belastung verbunden sein. Vitamin E und Vitamin C sind wichtige Bestandteile des antioxidativen Systems und ergänzen die Versorgung in solchen Phasen. Natürliche Pflanzenbestandteile wie Pfeffer und Weidenrinde können zusätzlich unterstützen.
3. Verdauung und Stoffwechsel
Rapslecithin übernimmt eine Funktion als Emulgator und liefert natürlicherweise Phospholipide einschließlich cholinhaltiger Verbindungen. Cholin ist ernährungsphysiologisch eng mit Fetttransport und Leberstoffwechsel verbunden. Damit ergänzt Rapslecithin das Konzept dort, wo hohe Energiebereitstellung und Stoffwechselunterstützung zusammenkommen sollen.
Praxistipp:
Nicht einfach mehr Kraftfutter geben. Die tatsächlich aufgenommene Ration gezielt mit hochkonzentrierter Energie aufwerten und gleichzeitig Verdauung und Stoffwechsel im Blick behalten.
Fazit: Ganzheitlich statt nur energiereich füttern
In Belastungsphasen greifen verschiedene Herausforderungen ineinander. Weniger Futteraufnahme trifft auf einen weiterhin hohen Energiebedarf, während gleichzeitig Stoffwechsel und Immunsystem gefordert sein können.
Deshalb ist es sinnvoll, die Kuh an mehreren Stellen zu unterstützen: mit einer hohen Energiedichte, einer angepassten antioxidativen Versorgung und Komponenten, die Verdauung und Stoffwechsel ergänzen.
Das Ziel: Die Kuh gerade dann unterstützen, wenn sie besonders gefordert ist und damit die Voraussetzungen für Gesundheit, Leistung und Langlebigkeit erhalten.