Die Tränkephase ist entscheidend für die Entwicklung von Kälbern. Neben einer bedarfsgerechten Versorgung spielt auch eine Rolle, wie die Milch aufgenommen wird.
Welches Tränkesystem passt?
Restriktiv, ad libitum oder kontrolliert satt – jedes Tränkesystem stellt andere Anforderungen an die Kälberaufzucht. Entscheidend ist, dass Versorgung und Management zusammenpassen.
- Kontrolliert satt: Orientiert sich an der freiwilligen Aufnahme – ohne dauerhaften freien Zugang zur Tränke.
- Ad libitum: Ermöglicht eine hohe Milchaufnahme, stellt aber höhere Anforderungen an Hygiene und Management.
- Restriktiv: Gut kontrollierbar, kann den Bedarf leistungsstarker Kälber aber begrenzen.
Genau hier setzte die Praxisstudie an: kontrolliert-satt gefütterte Kälber mit schwergängigen Nuckeln wurden mit rationiert getränkten Kälbern verglichen.
Was schwergängige Nuckel verändern:
Schwer gängige Nuckel verlangsamen die Trinkgeschwindigkeit und verändern damit die gesamte Verdauungskette:
Langsamerer Milchfluss
Der erhöhte Saugwiderstand verlangsamt die Milchaufnahme.
Längere Saugdauer
Das Kalb saugt länger und intensiver – näher am natürlichen Saugverhalten.
Mehr Speichelbildung
Die längere Saugdauer führt zu einer stärkeren Speichelbildung und einer besseren Befriedigung des Saugbedürfnisses.
Unter Praxisbedingungen getestet
Über einen Zeitraum von 84 Tagen wurden Deutsche Holstein Kälber in zwei Gruppen untersucht. In beiden Gruppen kam die Kälbermilch BEWI®-MILK AM 9 zum Einsatz.
Kontrollgruppe
Rationierte Tränke über Nuckeleimer mit Standardnuckel.
Versuchsgruppe
Kontrolliert-satt-Fütterung über Milchbar mit schwergängigen Nuckeln.
Was die Studie zeigt:
- 4,2 statt 1,8 Min./Liter: Die Trinkzeit war mit schwergängigen Nuckeln deutlich länger.
- Nahezu +10 kg: Am 84. Lebenstag waren die Kälber der Versuchsgruppe nahezu 10 kg schwerer.
- Ruhigeres Verhalten: Vokalisationen und gegenseitiges Besaugen traten in der Versuchsgruppe seltener auf.
Was das für den Stall bedeutet
- Höhere Zunahmen: Kälber können höhere Mengen Kälbermilch sinnvoll in Zuwachs umsetzen.
- Ruhigere Kälber: Das Saugbedürfnis wird besser befriedigt und stressbedingte Verhaltensweisen treten seltener auf.
- Aufnahme gut steuerbar: Die kontrolliert-satt-Fütterung verbindet eine bedarfsgerechte Milchmenge mit einer zeitlich gesteuerten Tränke.
Empfehlung für die Praxis
01
Nuckel regelmäßig prüfen
02
Durchfluss anpassen
Die Trinkgeschwindigkeit sollte dem natürlichen Saugverhalten entsprechen – nicht zu schnell, nicht zu langsam.
03
Hochwertige Kälbermilch einsetzen
Die beste Technik wirkt nur in Kombination mit der richtigen Kälbermilch (z.B. BEWI®-MILK AM 9).